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Resilienz in Zeiten globaler Unsicherheit: Gastbeitrag von Tanja Degner

© privat

Tanja Degner ist Expertin für transformative Entwicklung. Sie ist studierte Psychologin und ausgebildete Mediatorin. Bereits seit 12 Jahren arbeitet sie als Beraterin, Coachin und Trainerin mit den Arbeitsschwerpunkten Potenzialentwicklung, Kommunikation- und Konfliktlösung. Sie lehrt seit 3 Jahren am KompetenzCampus und bildet zur/ zum Zertifizierten MediatorIn gemäß § 2-4 ZMediatAusbV aus. Aktuell planen wir gemeinsam mit ihr ein Webinar zum Thema Resilienz, das ab Mitte 2021 über den KompetenzCampus buchbar sein wird. Bis es so weit ist, freuen wir uns über ihren Gastbeitrag zum Thema „Resilienz entwickeln – so manövrieren Sie durch windige Zeiten“.

In Krisenzeiten machen wir verstärkt die Erfahrung, dass wir uns gefangen fühlen, in einer Handlungsschleife, die sich wie ein Hamsterrad umso schneller zu drehen scheint, je mehr wir versuchen dagegen anzukämpfen. Körperliche Symptome, Gereiztheit, Schlaflosigkeit oder auch Rastlosigkeit machen uns verstärkt zu schaffen und gleichzeitig haben wir das Gefühl, keinen Ausweg aus dieser Situation zu sehen. Kommt Ihnen dieses Gefühl bekannt vor?

Im folgenden Blogbeitrag geht es um die Frage, wie Sie noch heute starten können, Resilienz in Ihrem Leben aufzubauen.

Der Begriff Resilienz beinhaltet zwei Aspekte: Zum einen die Fähigkeit zur Adaptation, also der Fähigkeit sich an (äußere) Umstände anzupassen und zum anderen die Eigenschaft einer Person, wechselhaften Zeiten standzuhalten.

Betrachten wir zunächst einmal die Fähigkeit zu Adaptation in schwierigen Lebensumständen oder sogar traumatischen Erfahrungen. Ganz wesentlich ist hierbei, den Fokus auf die eigene Wirksamkeit zu richten. So lange wir davon abhängen, dass uns etwas Gutes widerfährt oder Veränderung durch äußere Umstände bewirkt wird, dann ist dies keine resiliente Einstellung. Wir machen uns abhängig von äußeren Umständen/anderen Menschen.

Eine Krise oder auch eine Veränderung kann für uns eine unsichere Zeit oder sogar eine oppositionelle Kraft bedeuten. In Krisenzeiten zeigt sich, ob der einzelne bis hin zu ganzen Systemen in der Lage ist, sich zu etwas Neuem zu adaptieren, d. h. Schritte zu initiieren, die von einem bestehenden Zustand zu einer Veränderung der Situation führen.

Die eigene Situation verändern zu können, erfordert einen Entwicklungsprozess, das eigene Leben dahingehend zu reflektieren, in welchen Bereichen wir uns in abhängigen Strukturen befinden. Verbunden mit der Frage, welche Möglichkeiten wir an dieser Stelle unseres Lebens haben, um Selbstwirksamkeit zu erreichen.

Sicher haben Sie sich schon öfter in Ihrem Leben in Situationen befunden, in denen Sie sich als nicht so resilient zeigten, wie Sie zuvor glaubten. Es ist dabei völlig normal und natürlich, in solchen Momenten Angst zu empfinden, da wir uns in diesen Situationen besonders verletzlich fühlen und gerne Kontrolle bzw. Sicherheit gewinnen würden. Es geht nicht darum, resilient zu sein, sondern Resilienz im Leben zu entwickeln und damit Gefühle wie Schwäche, Verletzlichkeit oder Ohnmacht zu verringern.

Im Folgenden erhalten Sie drei wertvolle Tipps, wie Sie noch heute beginnen können, Resilienz in Ihrem Leben aufzubauen:

1. Tipp: Identifizieren Sie ehrlich all jene Dinge in ihrem Leben, die nicht resilient sind.

Beantworten Sie dafür folgende Fragen so ehrlich wie möglich. Auf einer Skala von 1-10 (1 = gering; 10 = hohe Resilienz):

• Wie entwicklungsfähig ist Ihr Denken, Fühlen und Handeln?
• Wie resilient ist Ihre physische Gesundheit und Ihre Ernährung?
• Wie resilient sind Ihre Beziehungen und Ihr persönliches Umfeld?
• Wie gesund ist Ihr Business und Ihre Finanzen?
• Wie entwicklungsorientiert ist Ihre Wahrnehmung von Sinn und Bedeutung in Ihrem Leben oder auch auch Ihre persönliche Haltung dem Leben gegenüber?

Die Antworten geben Auskunft über die Entwicklungsbereiche in Ihrem Leben. Die Leitfrage lautet: Welchen Bereich möchten Sie stärken? Was wollen Sie wirklich verändern?

2. Tipp: In Veränderungen die Möglichkeit für Lernen und Wachstum sehen

Wir müssen akzeptieren, dass Veränderungen Teil des Lebens sind und somit niemals aufhören werden. Widerstand oder Abwehrstrategien sind für die Entwicklung von Resilienz hinderlich. Adaptation bedeutet vielmehr, dass wir Flexibilität und eine Belastungsfähigkeit herausbilden. Dafür müssen wir an erster Stelle aufhören, gegen eine bestehende Situation anzukämpfen, sie loswerden oder überwinden zu wollen: Wovor haben Sie Angst? In Bezug auf was befinden Sie sich im Widerstand?

Stattdessen ist es sinnvoll, die eigene persönliche Haltung bzw. Perspektive gegenüber den Herausforderungen, die auf Ihrem Weg auftauchen, zu ändern. Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die über einen sehr hohen Resilienzwert verfügen, bei Herausforderungen besser werden. Sie bringen gerade in solchen Situationen, die besonders schwierig sind, ein Höchstmaß an Konzentration und Abruf ihrer Ressourcen hervor. Resilienz bedeutet an dieser Stelle, Widrigkeiten als eine Einladung zu sehen, an etwas zu wachsen, etwas über sich selbst oder das Leben zu lernen. Das bedeutet nicht, dass solche Menschen Herausforderungen lieben, sondern viel mehr, dass sie wissen, wie man diese Situationen zu seinem Vorteil gebraucht.

3. Tipp: Ihre persönliche Wirksamkeit erhöhen, indem Sie Ihre Ressourcen so einsetzen, dass sie handlungsfähig bleiben

Je weniger Sie das Gefühl haben, nicht handlungsfähig zu sein desto stärker wird auch bei kleinsten Herausforderungen das Gefühl der Ohnmacht. Entweder sehen wir uns nicht in der Lage, unsere Situation verändern zu können, mit den Bedingungen, die uns gegebenen sind, umzugehen oder glauben, nicht die geeigneten Strategien und Handlungsweisen zur Verfügung zu haben. Fragen Sie sich doch einmal, welche Strategien Sie an sich beobachten, die sich für Sie in der Vergangenheit als wirksam erwiesen haben oder welche Gedanken, Entscheidungen und Handlungen Sie immer wieder wiederholen, die eigentlich nur Kraft, Energie und/ oder Geld kosten und bisher für eine nachhaltige Veränderung nutzlos waren?

Oder um es positiv zu formulieren: Was bräuchte ich, um mich und meine Ressourcen zu stärken und in meiner derzeitigen Situation Vertrauen zu fühlen? Eventuell fehlen Ihnen in einem oder mehreren Bereichen des Lebens noch Fähigkeiten, Tools oder es sind noch Lernschritte notwendig, um sich auf die gleiche Weise wirksam zu fühlen wie in den Bereichen, in denen Sie sich als wirksam erleben.

Eine Krise testet Ihre Resilienz und vielleicht fühlen Sie sich gerade in der gegenwärtigen Situation herausgefordert. Mit der Entwicklung von Resilienz sind wir nicht immun gegenüber Krisen, aber solche Situationen werden sich dann nicht mehr existenziell bedrohlich anfühlen. Vielmehr fühlen Sie sich in der Lage, bewusst und weise die Segel zu setzen, um durch den Sturm zu navigieren. Sie wollen mehr erfahren zum Thema Umgang in Krisensituationen – Resilienz entwickeln: dann kontaktieren Sie uns: Wir informieren Sie gerne über den Start des Webinars.

Weitere Informationen unter: https://www.tanjadegner.de/

Informationen zum KompetenzCampus
Digitalisierung, Fachkräftemangel sowie gesellschaftliche und umweltpolitische Herausforderungen verändern unsere Arbeitswelt stetig. Unser Ziel ist es, diesen Anforderungen zu begegnen und unsere Teilnehmenden zu befähigen, den Wandel anzunehmen, als Chance zu begreifen und aktiv mitzugestalten. Wir bieten Seminare, Trainings, weiterbildende Masterstudiengänge und individuell entwickelte Schulungen für Ihr Unternehmen. Alle unsere Angebote können berufsbegleitend besucht werden. Geleitet werden sie von praxiserfahrenen und akademisch qualifizierten Trainerinnen und Trainern sowie Professorinnen und Professoren unserer Hochschule.

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